Seitdem ich 2012 eine längere Reise durch Asien unternommen und auch insgesamt ein komplettes Jahr in China gelebt habe, bin ich verliebt in diesen Kontinent. Im Oktober diesen Jahres bin ich gemeinsam mit meinem Vater für knappe zwei Wochen auf die Philippinen geflogen. Mein Vater war echt lange nicht im Urlaub, immer schwer als Selbstständiger. Umso mehr hat er sich auf etwas Erholung und das Meer gefreut. Bei mir das Gegenteil, 2018 ist das absolute Reisejahr: Ich war schon in Brasilien und Laos. Trotzdem habe ich mich auf einen Urlaub mit meinem Vater gefreut und Asien ist ja immer eine gute Idee 🙂 Vorfreude auf gutes Wetter, Massagen und Tauchen.

Wir sind in Manila angekommen und haben dort eine Nacht verbracht. Die Stadt ist absolut chaotisch, 19 Millionen Menschen leben dort. Das öffentliche Verkehrsnetzwerk ist nicht gut ausgebaut, dementsprechend gibt es ohne Ende Autos. Für eine 10 Kilometerstrecke braucht man gute zwei Stunden … Wenn man sich Manila anschauen will und nur eine Nacht bleibt, sollte man eine Unterkunft in Flughafennähe wählen, und nicht wie wir, am anderen Ende der Stadt… Von Manila aus sind wir weiter nach Cebu geflogen und mit dem Boot, Motorrad und wieder Boot letztlich nach Cabilao, eine kleine Miniinsel vor Bohol. Dort haben wir für vier Nächte in einem Tauchressort geschlafen, zwei davon waren wir ganz allein. Das Tauchen hat riesig Spaß gemacht und ich habe mich spontan entschieden mein Fortgeschrittenen-Abzeichen zu machen. Von Bohol aus sind wir dann nach Palawan geflogen. Nach einer Nacht in Puerto Princesa ging es für uns hoch in den Norden (6h kurvige Straßen im Minivan…) von Palawan, nach El Nido. Hier gab es dann türkises Wasser, tolle Unterwasserwelt und auch erstmals eine touristische Infrastruktur wie ich sie aus Thailand und Indonesien kenne, mit Cafés und so weiter. Bevor wir drei Nächte in El Nido selber (trotzdem super abgelegen von den anderen Touristen) geschlafen haben, verbrachten wir zwei Nächte an einem Privatstrand. Man konnte die Unterkunft nur per Boot erreichen, der Besitzer musste uns abholen. Dort war es dann wirklich sehr friedlich, ich bin ein bisschen zum Arbeiten gekommen und wir waren Kayak fahren und schnorcheln. Am Abreisetag sind wir aus El Nido zurück nach Manila geflogen, waren da noch im Spa und Hummus essen … bevor es zurück nach Hause ging 🙂

Wie immer habe ich im Urlaub viel nachdenken können. Jetzt zuhause habe ich nochmal überlegt was meine ‚5 Key Take Aways‘ sind 🙂

 

  1. Familie ist das Wichtigste: Papa und ich hatten echt eine gute Zeit zusammen, viel gelacht, geredet oder auch nichts gesagt und einfach jeweils unser Ding gemacht. Auch wenn ich auf vielen Dimensionen ganz anders bin und anders lebe als meine Familie, wir haben viel gemeinsam und sind unzertrennlich verbunden. Egal was passiert, egal was ich anstelle –sie sind für mich da… Und das ist nicht selbstverständlich, sondern ganz toll – das sollte man sich immer mal wieder vor Augen führen. Ich bin schon immer ein Familienmensch gewesen und hab‘ auch eigentlich immer geschaut, sehr regelmäßig zuhause zu sein. Jetzt gerade habe ich nochmal etwas mehr die Möglichkeit meine Eltern, Brüder und Omi zu sehen und das ist schön. Man weiß nie wie viel Zeit einem noch mit den Liebsten bleibt, macht euch das bewusst und lebt danach 🙂
  2. Der Morgen ist magisch: Für mich ist der Morgen mit Abstand der wunderschönste Teil des Tages. Morgens ist noch nichts passiert, der Tag ist wie ein leeres Blatt das man gestalten kann. Ich liebe die Stimmung, wenn die Welt langsam erwacht, noch nicht so viel los ist. In den Städten bin ich morgens immer rumgelaufen und habe erkundet, in den Ressorts habe ich am Meer gesessen und mich gefreut. Der Morgen gibt mir Kraft. Deshalb sollte ich ihn beschützen und gestalten wie ich das möchte. Außerdem sollte ich ihn mir nicht zu regelmäßig durch zu lange schlafen oder zu viel Wein am Vorabend verderben 🙂
  3. Höflichkeit tut gut: Die Filipinos sind ein sehr, sehr freundliches Volk. Wir würden überall sehr herzlich begrüßt und alle haben versucht, uns den Aufenthalt angenehm zu bereiten. Die Mentalität ‚Nach mir die Sinnflut‘ gab es nicht – der Minivan-Fahrer hätte uns beispielsweise einfach in El Nido rausschmeißen können, aber hat uns geholfen unsere Anschlussverbindung zu finden. ‚Sir‘ und ‚Madam‘ wurden wir genannt 🙂 In Summe hatte ich eigentlich fast überall ein echt gutes Gefühl, die Menschen gehen sehr wertschätzend miteinander um. Das hat mich gefreut.
  4. Tauchen entspannt: Ich neige ja ab und an mal dazu etwas unentspannt zu sein, und sehr wuselig. Umso besser hat es mir getan, dass man beim Tauchen zur Ruhe gezwungen wird. Man ist in einer komplett anderen Welt, muss sich behutsam bewegen um nichts zu zerstören. Außerdem kann man nicht einfach wiederauftauchen, sondern muss das langsam machen … und man hat einen Tauchpartner, mit dem man zuerst kommunizieren muss. Dieses Gefühl der Situation ein bisschen ausgeliefert zu sein ist zwischendrin komisch, aber, wenn man sich drauf einlässt und sich selbst beruhigt, entspannt einen die Stille da unten sehr. Mich zumindest 🙂
  5. Look at the good and the bad: Am Flughafen in Manila habe ich ein Gespräch zwischen zwei ebenfalls Abreisenden mitbekommen, während wir auf unser Flugzeug gewartet haben. ‚I would do it exactly the same, but without visiting Manila‘., sagte der Mann zu seiner Frau. Ich habe kurz darüber nachgedacht – auch unser Tag in Manila war objektiv gesprochen nicht sonderlich toll und auf keinen Fall erholsam. Lange Taxifahrt, schlechte Luft, Armut, Elend und Umweltverschmutzung am Straßenrand. Ich würde trotzdem jederzeit wieder Manila anschauen und finde auch, dass man das tun sollte. Klar, das ist jetzt nicht die klassische Urlaubsdestination. Aber zu den Philippinen gehört halt mehr als nur El Nido mit seinen paradiesischen Stränden. Sich klar zu machen was in Großstädten in Asien passiert ist wichtig für mich. Horizont erweitern, Realitäten anderer Leute erkennen und Deutschland schätzen lernen.

     

In Summe war der Urlaub top. Danke an Papa und die Filipinos für die schöne Zeit 🙂

Kategorien: Allgemein

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