Anfang September bin ich mit meiner wunderbaren Cousine für zwei Nächte und drei Tage nach Wien geflogen. Wir waren beide noch nie in Wien und mir wurde diese Stadt in den letzten Jahren schon so oft ans Herz gelegt, es war wirklich Zeit. Wir haben meine letzten übrigen Punkte aus den Beraterjahren verbraten und uns das Hyatt gegönnt. Ein absoluter Traum! Wir wurden im Hotel wie Königinnen begrüßt und haben erstmal ein Teepäuschen in der Lounge gemacht – herrlich. Dank meines Goldstatus (#2jahrehotelleben) wurden wir auf eine Suite upgegradet und hatten einfach mal 2 riesige Zimmer und ein Marmorbad für uns. Das Hyatt ist wirklich wunderschön – es ist in einem ehemaligen Bankgebäude. Der Frühstücksraum ist die umgebaute Empfangshalle und das Spa mit Pool (<3) ist im ehemaligen Safe untergebracht. Da das Wetter leider nicht so gut war haben wir die Annehmlichkeiten auch voll ausgekostet

Trotz des regnerischen Wetters haben wir natürlich auch Wien erkundet. Wir sind durch die Stadt gelaufen und haben gut gegessen. Ich habe ja Anfang September das vegane Projekt gestartet, von daher gab es für mich kein Wiener Schnitzel, aber Lea hat alles mitgenommen. Eine vegane Version der Sachertorte habe ich probiert, die auch echt lecker war. Gut gefallen hat uns der Naschmarkt (inkl. Hummus-Etagère im Nenis) und natürlich die Stadt an sich, so viele schöne alte Bauten. Am Abend waren wir in einer Cocktailbar namens Tür7. Die Bar ist von außen nicht als solche zu erkennen, man muss klingeln und wird dann reingelassen, wenn man vorher reserviert hat. Dort haben wir uns jeder einen sehr leckeren, individuell kreierten Cocktail schmecken lassen (der mit 19€ doch recht teuer war). Morgens war ich an der Donau laufen und Lea hat unser Riesenbett genossen.

Eine Sache ist uns in Wien nochmal sehr klar geworden: Uns geht es sowas von unfassbar gut. Wir haben an einer alternativen Stadtführung teilgenommen, die Wienern und Touristen die Stadt aus der Sicht eines Obdachlosen näherbringen sollte. Unser Guide war selber für mehrere Jahre obdachlos und hat uns einige Plätze gezeigt, an denen er untergekommen ist oder Mahlzeiten bekommen hat. Er hat uns viel über die Problematik und die Infrastruktur für Obdachlose erzählt. Während der Führung gab es einen heftigen Regenschauer. Wir konnten uns im Anschluss im Marmorbad aufwärmen, aber Obdachlose können das nicht. Unsere Suite hatte plötzlich einen etwas faden Beigeschmack und die Stimmung war bedrückt. ‚Das hier hat mich irgendwie mehr bewegt als das Female Future Force-Event letzte Woche.“, hat Lea gesagt. Ich fand beide Erfahrungen spannend und bereichernd, aber verstehe was sie meint. Wir reden so viel über Persönlichkeitsentwicklung und diskutieren unsere Problemchen, während andere Leute auf der Straße leben. Meine Einschätzung ist aber, dass wir uns einfach dafür einsetzen müssen, dass die Systeme für Leute die in eine Schieflage geraten (es geht nämlich doch manchmal relativ schnell, wenn viele Dinge zusammenkommen) stetig besser werden. Und meinen Teil zur Gesellschaftsverbesserung kann ich nur beitragen, wenn ich selber glücklich und inspiriert bin. Deswegen werde ich weiterhin so lange ich es mir ermöglichen kann im Hyatt schlafen und mich auf Konferenzen inspirieren lassen. Wien hat definitiv geholfen, mich daran zu erinnern dankbar zu sein für mein wundervolles Leben.

Kategorien: Allgemein

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