Ich esse schon lange echt wenig Fleisch. Bei uns gab es Zuhause früher eigentlich zu jeder Mahlzeit Fleisch, ein- oder zweimal die Woche Fisch. Seitdem ich vor gut 8 Jahren ausgezogen bin ist das anders, rein aus Preisgründen habe ich während des Studiums nicht jeden Tag Fleisch oder Fisch essen können. Die 500 Gramm Putensteak für 1,99€ aus dem Discounter habe ich schon immer weggelassen, das kann ja echt nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Ich mag allerdings Fleisch trotzdem gerne. Meine Eltern betreiben ein Steakhaus – ein Stück Rinderfilet mit Salat, lecker. Auch Fisch finde ich super lecker… Sushi, Lachs und Thunfisch, yam. Also meine Ernährung war in den letzten Jahren sehr gemüselastig, ab und an ausgesucht Fleisch, recht viel Fisch. Auf andere tierische Produkte habe ich nie verzichtet, außer auf Milch an sich, weil ich davon immer Bauchschmerzen bekommen habe. Aber insbesondere Eier und Käse standen ganz weit oben auf meinem Speiseplan 🙂

 

Vegane Ernährung hat mich schon immer interessiert, aber ich habe es irgendwie nie probiert, insbesondere im Projektalltag ja auch einfach schwer. Vegetarisch kann man ja eigentlich echt überall essen.. aber vegan ist schwierig. Und ich kann es auch überhaupt nicht leiden, wenn man ständig den Leuten mit Fragen à la ‚Was ist da drin?‘ auf die Nerven gehen muss. Naja – Ende August hatte ich ein Gespräch mit einem angehenden Arzt, der sich sehr für Ernährung interessiert. Er empfahl mir das Buch ‚How not to die‘ von Michael Greger. In diesem Buch erzählt Michael Greger eine Menge über die gesundheitlichen Folgen von fleischlastiger Hundeernährung. Ich habe mir auch noch einige Dokumentationen angeschaut und dann entschieden, dass ich mir das Ganze zumindest mal einen Monat angucke.

 

Es fiel mir erstaunlich leicht – vermisst habe ich eigentlich überhaupt nichts, das einzig Nervige war das ständige Fragen im Restaurant (ich gehe ja sehr gerne essen :)). Ich hatte mich vorher informiert, habe viel pflanzliche Eiweißquellen gegessen und Omega-3 und B12-Supplements genommen. Ein typischer Tag sah so aus: Morgens Haferflocken mit Leinsamen, Chia, Obst und Mandelmilch. Mittags und abends gemischtes Gemüse mit Linsen oder Kichererbsen, Salat oder Suppe. Was echt positiv war und nicht direkt was mit der veganen Ernährung zu tun hat: Man isst viel bewusster. Dadurch, dass viele Dinge, die man sonst einfach isst (z.B. Keks zum Kaffee im Café) nicht essen kann, wenn man sich vegan ernährt, bleibt einiges an unnötigen Snacks weg.

 

Ob es mir körperlich irgendwie besser geht weiß ich nicht, vermutlich nicht wirklich. Meine Verdauung ist besser und irgendwie habe ich das Gefühl. dass einfach mehr ‚Ruhe im Bauch‘ ist. Mein Energielevel ist auf jeden Fall nicht runtergegangen. Und wie geht’s jetzt weiter? Ich habe mich entschieden, dass die vegane Ernährung meine Basis wird. Ich werde trotzdem ab und an Fisch essen, einfach weil es mir gut schmeckt und es keine vergleichbar gute Omega 3 Quelle gibt. Und wen ich mal Lust auf Rührei oder ein Stück Käse habe, so be it. Vor allem werde ich keine Nervensäge, die bei jeder Sache nachfragen muss oder für die es immer eine Extrawurst bei Einladungen geben muss 😉 – nichts gegen die Leute die irgendwelche Unverträglichkeiten haben, alles gut! Aber ich habe keine, deshalb will ich mich nicht künstlich anstrengend und kompliziert machen.

 

Vegan ist auch nicht gleich gesund, auf keinen Fall. Es gibt vegane Donuts. Und Pommes sind vegan. Man kann sich sehr, sehr unausgewogen und ungesund vegan ernähren. Auch jemand der sehr bewusst Fleisch und Fisch genießt und ansonsten viel Gemüse und Obst zu sich nimmt ernährt sich absolut gesund, gar kein Thema. Mich haben die gesundheitlichen und ethischen Argumente für eine größtenteils vegane Ernährung überzeugt und ich freue mich auf meine Zukunft als entspannter Pflanzenesser mit Flexibilität und Lebensfreude – denn ab und an Sushi, Käse & Wein oder auch mal ein Stück Fleisch möchte ich nicht missen.

In Köln gibt es übrigens mittlerweile echt viele gute Möglichkeiten sich vegan zu ernähren. Das Cafe ‚Vevi‘ im belgischen Viertel ist komplett vegan. Fast alle Cafés bieten ihre Heißgetränke mit Soja- oder Hafermilch an. Die Moxxa-Rösterei hat Montag bis Freitag immer ein veganes Gericht für den Mittagstisch…. Also, da geht echt einiges. Ich schreibe diesen Post an einem Freitagabend – morgen früh habe ich Freunde zu einem veganen Brunch eingeladen. Die wissen allerdings noch nichts davon, ich bin mal gespannt wie es ankommen wird 🙂

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