Ende August war ich gemeinsam mit meiner Cousine beim Female Future Force Day in Berlin. Der FFF-Day wurde von ‚Edition F‘ organisiert – einer Plattform für Frauen. Ich weiß gar nicht mehr genau wie ich auf die Veranstaltung aufmerksam geworden bin. Es war auf jeden Fall während meines Laos-Urlaubs im Mai. Vermutlich hat Jana mir wieder davon erzählt 😉  Die Tickets waren gar nicht mal günstig, aber es gab einen Sonderpreis (79€) für Studenten. Und da ich ja gerade mal wieder für eine kurze Zeit Student bin, hat sich das angeboten. In den Wochen vor dem Event hat das Team von Edition F echt gute Arbeit gemacht. Es gab regelmäßige Infomails, mit dem Programm und anderen Infos, die Lust auf den Tag gemacht haben. Es gab echt viele Speaker mit toll-klingenden Vorträgen – ich habe mich echt schwergetan, mich zu entscheiden. Am 26.08 war es dann soweit: Samstagmorgen ganz früh sind meine Cousine Lea und ich zum Funkhaus-Gelände in Berlin geschippert. Wir haben das gratis Boot-Shuttle genutzt und haben während der 20-minütigen Spreefahrt die kühle Morgenluft genossen. Begrüßt wurden wir in einer toll dekorierten Halle im Funkhaus, überall inspirierende Sprüche, Luftballons und viele Stände, unter anderem von Google und Einhorn-Kondom. Catering war von Kaufland – und das ist einer der Kritikpunkte, wir haben da soo viel Müll verursacht. Müsli war doppelt eingepackt, Müsliriegel, Pappbecher, Plastikfläschchen. Mir persönlich wäre es deutlich lieber gewesen kein Frühstück zu bekommen und mir vorher was Vernünftiges zu besorgen. Oder eine kleine Auswahl an Backwaren und Obst. Außerdem gab es nur einen Kaffeestand und das war für 3500 Leute natürlich zu wenig. Aber, genug gemeckert: Es war ansonsten echt super cool organisiert. Man konnte draußen und drinnen sein – zwischen den Talks und Diskussionen etwas frische Luft am Wasser schnappen. In der Haupthalle waren viele Unternehmen vertreten und haben über ihr Angebot und Engagement informiert. Man konnte viel ausprobieren und mit Leuten in Kontakt kommen.

So, zum Hauptteil, die Speaker. Das war natürlich das Herzstück, deshalb sind wir gekommen. Verschiedene Themenbereiche wurden adressiert: Familie, Entrepreneurship, Karriere… Und nicht nur mit Frauenfokus, auch ganz generell. Ich habe zum Beispiel ein Panel zum Thema ‚How to found a start-up – Do’s & Don’ts from an investors perspective‘ besucht. Meine Cousine war bei Vorträgen zu den Themen Sexismus am Arbeitsplatz und der Hebammenkrise in Deutschland. Coaches wie Laura Malina Seiler und Curse haben gesprochen. Ich war außerdem bei einer Diskussion zur Frage, warum es immer noch keine weibliche CEO bei den Dax 30 Firmen gibt. In Summe war es einfach wirklich ein interessanter Tag – am Abend war ich dann aber auch echt fertig: früh aufgestanden, super viel Input, wenig Kaffee.

Was habe ich mitgenommen, was waren die ‚key take aways‘? Puh, es war echt nicht so leicht hier die fünf wichtigsten Sachen zu benennen. Neben den fünf Punkten habe ich auch auf der Metaebene noch einiges mitgenommen, beispielsweise ‚Best Practices‘ beim Präsentieren. Da merkt man ja schon Unterschiede, wenn man den ganzen Tag verschiedene Speaker anschaut. Und ich habe (einmal mehr) gedacht, dass ich einfach mutiger sein muss und nicht so eine Scheu haben brauche Leute anzusprechen. Am Ende ist es immer halb so wild – aber ich mache mir vorher zu viele Gedanken. Naja – aber die fünf ‚take aways‘, die ich gerne mit euch teilen möchte. Es waren alles Dinge, die ich eigentlich schon wusste und auch zu unterschiedlichen Graden schon verinnerlicht habe – aber es hat gut getan, die Dinge noch einmal zu hören, um sie zu festigen:

  1. Es ist in Ordnung, verschiedene Dinge zu machen. Man muss nicht nur eine Sache verfolgen, in der man richtig gut wird. Man kann auch erfolgreich sein, wenn man ein ‚Tausendsassa‘ ist – wichtig ist nur, dass man einen ‚Core‘ hat, der die verschiedenen Themen vereint. Beispiel: Man liebt es, Menschen konstruktiv zu unterstützen. Dann kann man Unternehmensberaterin sein, ein Buch über Menschen für Menschen schreiben, einen Podcast für Menschen machen etc. Man muss also nicht nur ‚Business woman‘ sein – sondern kann gleichzeitig auch ‚writer‘ sein.
  1. Sei mutiger. Wie oben schon kurz angedeutet habe ich mir das auf Basis meines einigen, gar nicht mutigen Verhaltens vorgenommen. Aber auch generell war das Thema Mut im Fokus des FFF-Days. Der Spruch ‚Ask for what you want and be prepared to get it‘ (Maya Angelou), der auf großen Plakaten ausgehangen war, hat mich inspiriert. Ich habe mich da total abgeholt gefühlt – oft fragen wir gar nicht erst, weil wir denken es klappt eh nicht. Aber wir sollten einfach fragen, mutig sein. Und dann aber auch vorbereitet sein, wenn es klappt Gelegenheiten zu nutzen und gute Leistung zu zeigen. ‚Be you, but 10% braver, 10% better‘ hat Rose McGowan, Schauspielerin un dKeynote-Speakerin, gesagt. Und das habe ich mir vorgenommen – einfach mal 10% mutiger sein. Ein letzter Spruch der mich ebenfalls inspiriert hat war ‚Everything you want is on the other side of fear’ (Jack Canfield). Das ist auch einfach oft so wahr – zwischen uns selbst und dem tollen Job oder dem tollen Partner steht nur die Angst. Die Angst zu kündigen, die Angst zu gründen, die Angst nochmal zu studieren oder einfach die Angst, jemanden zu fragen ob man nicht mal einen Kaffee trinken gehen will. Ich werde ab jetzt 10% mutiger sein.
  1. Start before you are ready. Laura Malina Seiler hat mich begeistert. Eine tolle Frau, die hochschwanger und wunderschön auf der Bühne saß und ihre Lebensweisheiten mit uns geteilt hat. Eine davon war, dass man einfach anfangen muss, auch wenn man eigentlich noch nicht bereit ist. Man lernt während man Dinge tut Wenn man immer nur wartet, bis man 100% bereit ist etwas perfektes abzuliefern, dann kommt man nie zu etwas. Einfach starten, einfach anfangen. Und akzeptieren, dass etwas Nicht-Perfektes dabei rauskommt.
  1. Das Glück liegt in dir. Glück passiert nicht, Glück ist. Du bist nicht plötzlich glücklich, wenn du eine Beförderung erreicht hast oder du einen Partner gefunden hat. Du bist glücklich ab dem Moment in dem du dich entscheidest glücklich zu sein. Und das sollte man besser früher als später tun J
  1. Alle kochen nur mit Wasser. Die Speaker – ob es nun Menschen aus der Wirtschaft, Coaches oder Gründer sind – sind auch einfach nur Menschen. Es sind Menschen, die Fähigkeiten haben, die inspirieren und tolle Sachen machen. Aber halt eben am Ende nicht weit weg von einem selber. Man kann selber auch genau das schaffen. Und sollte halt echt einfach nur inspiriert sein, aber auf gar keinen Fall eingeschüchtert.

Ja, das sind die fünf Dinge, die ich mir am Abend nach dem Event aufgeschrieben habe. Und denen ich auch zwei Tage später – nachdem ich alles ein bisschen hab sacken lassen können – noch zustimme. Wenn ihr dazu oder generell zum FFF-Day fragen habt, jederzeit.

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Kategorien: Allgemein

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