Ich habe mir letztens irgendwann mal Gedanken gemacht, was meine ‚Erfolgsformel‘ ist. Ich habe dann – wie ich es so oft tue – einfach mal angefangen eine Notiz in meinem Handy zu schreiben. Am Ende bin ich auf sieben ‚Regeln‘ oder Prinzipien gekommen, die ich verfolge. Die Liste ist weder komplett noch statisch – es gibt mit Sicherheit unterbewusst noch andere ‚guiding principles‘ die ich befolge. Und die Liste wird sich verändern, ich entwickle mich ja auch ständig weiter, deswegen tun es vermutlich auch meine Erfolgsregeln. Als ich die Regeln aufgeschrieben habe, habe ich schon primär über den Arbeitskontext nachgedacht – also wie bin ich in der Schule, Uni, im Job und diversen Nebenprojekten erfolgreich. Sie sind absolut nicht arrogant gemeint (à la ‚Ich weiß wie es funktioniert‘) aber sind vielleicht für den ein oder anderen interessant und können eine Anregung geben. Bei Kommentaren oder Fragen freue ich mich wie immer über Mails 🙂

1. Entwickle eine ‚Macher-Mentalität‘
An sich und sein Vorhaben zu glauben ist aus meiner Sicht die absolute Basis für Erfolg. Der Glaube an seine eigene Leistungsfähigkeit hat eine super starke Wirkung. Ich habe mir immer gesagt, dass ich alles schaffen kann, wenn ich es nur doll genug will. Und ich glaube da auch wirklich dran. Manche Sachen sind unglaublich anstrengend und schwer, dauern lange, erfordern absoluten Fokus – aber wenn ich es wirklich aus tiefstem Herzen will und bereit bin Opfer zu bringen, dann schaffe ich es auch. Do or do not, there is no try 🙂 Es hilft natürlich total sich ein paar Mal zu zeigen, dass man effektiv ist und Dinge erreicht, die man sich vornimmt. Dann ist die Überzeugung irgendwann internalisiert und man hat starkes Selbstvertrauen aufgebaut

2. Verlass Deine Komfort-Zone
Wir hatten im Studium einen Dozenten, der bekannt war für Motivationsreden. In einem Ted Ex Talk sagt er: “The comfort zone is a beautiful place, but nothing ever grows there”. Das stimmt absolut. Und wenn man diesen Satz einmal WIRKLICH verinnerlicht hat, dann wird das Leben … ja, nicht einfacher aber irgendwie spannender. Ich weiß, dass wirkliches Wachstum ein bisschen unangenehm sein muss. Dass es ein gutes Zeichen ist, wenn ich vor etwas großen Respekt hab, mir flau im Bauch ist im Gedanken daran. Ich suche solche Situationen deshalb mittlerweile aktiv, freue mich über diese Chancen zu wachsen und mich weiterzuentwickeln. Beispiel: Nein, es ist für mich nicht super entspannt einen Vortrag vor 50 Leuten zu halten. Da bin ich noch nicht routiniert genug, nicht sicher genug was meine rhetorischen Fähigkeiten angeht. Jetzt könnte ich versuchen Aufgaben dieser Art aus dem Weg zu gehen. Oder aber ich denke ‚Cool, etwas das ich noch nicht gut kann. Das wird etwas unangenehm, ich muss mich gut vorbereiten und werde sicher auf der Bühne total aufgeregt sein. Tolle Gelegenheit mich weiterzuentwickeln.‘ Das hört sich jetzt vielleicht etwas komisch und nach Selbstgeißelung an – ist es aber überhaupt nicht. Sich aktiv in unkomfortable Situationen zu bringen, diese als Chancen zu begreifen und voll anzunehmen verändert das Leben 🙂

3. Sei freundlich
Soo wichtig! Freundlich und lieb zu anderen zu sein ist absolut keine Selbstverständlichkeit, vor allem nicht im Arbeitskontext. Wenn Menschen unter Druck stehen – und das tun sie insbesondere in den Chefetagen ja meistens – geht es schnell härter zu. Ich habe in einem Feedback-Gespräch mal den Ratschlag bekommen, dass ich weniger emotional sein soll und sachlicher. Danke, aber nein Danke. Also, wir reden hier nicht davon, dass ich in jedem Meeting anfange zu weinen. Aber ich bin komplett – also auch emotional – investiert in das, was ich tue und das ist gut so. Wenn wir alle etwas netter zueinander sind, freundlicher und etwas mehr bereit, uns in die Lage unseres Gegenübers zu versetzen, dann wird das Leben angenehmer. Auch wenn Personen sich in einer Form verhalten, die ich nicht toll finde, verurteile ich nicht, sondern bleibe nett. Denn ich weiß nicht, was die Person gerade durchmacht. Vielleicht hat sie Kopfschmerzen, es gab einen Todesfall, der Freund hat sich getrennt. Keine Ahnung. Ich weiß es nicht und muss es auch nicht wissen. Aber ich kann trotzdem nett und freundlich sein, zu jedem Menschen der mir begegnet. Auch zu Taxifahrern und Kassierern. Mein Ziel ist es, dass ich jeden Menschen mit dem ich interagiere irgendwie positiv beeinflusse, besser verlasse als ich ihn vorgefunden habe. Das klappt bestimmt nicht immer – aber ich bemühe mich.

4.Sei diszipliniert

Ja, die gute Disziplin. Die ist natürlich enorm wichtig, um wirklich was zu erreichen. Ich bin eigentlich schon immer sehr diszipliniert in den meisten Lebensbereichen. Wenn ich mir etwas vornehme, dann mache ich es auch. All in or nothing. Das ist natürlich auch irgendwie Segen und Fluch zu gleich. Ich habe absolut kein Problem damit unglaublich viel Energie aufzubringen, um Dinge zu erledigen, wenn sie erledigt werden müssen. Ich bin zielorientiert und mache dann einfach, ich lass kein Zögern zu, sondern setze direkt um. Wenn etwas einfach klar ist (‚Ich gehe jeden Tag zum Sport‘, ‚Ich stehe um 6:00 Uhr auf‘, ‚Ich bereite die Präsentation heute vor‘) und man den Gedanken es nicht zu tun gar nicht zulässt, kriegt man viel geschafft. Aber: Ich habe Probleme mit der Balance. Oft fällt es mir schwer nötige Pausen einzulegen – und das ist ja genauso wichtig um langfristig, nachhaltig erfolgreich zu sein. Aber ich bin hier schon viel besser geworden! Grundsätzlich bin ich aber immer noch überzeugt, dass Disziplin und hohe Arbeitsmoral absolut notwendig ist um erfolgreich zu sein. Und deshalb froh, dass mir das so leichtfällt

5. Setze Prioritäten

Der Tag hat 24 Stunden – das ist ein Fakt, die Rahmenbedingung mit der wir arbeiten müssen, jeden Tag aufs Neue. Innerhalb dieser Rahmenbedingung haben wir aber alle Freiheit und Flexibilität. Kurzfristig sind wir eventuell an die Realitäten eines bestimmten Jobs gebunden, aber auf lange Frist ist alles flexibel. Je nach dem was uns wichtig ist und was wir erreichen wollen müssen wir unsere Prioritäten setzen. Wenn ich beispielsweise weiß, dass ich im Herbst einen Halbmarathon laufen will – oder auch wenn ich einfach weiß wie gut mir Sport tut – dann stelle ich sicher, dass ich genügend Zeit für Läufe frei räume. Das kann unter Umständen bedeutet, dass ich beim Abendessen mit dem Team nicht dabei bin (Sport > Sozialleben) oder dass ich früher aufstehe als ich es sonst würde (Sport > Schlaf). Diese Entscheidung muss ich treffen und die kann ja auch jeden Tag anders ausfallen. Wenn dann jemand sagt ich schaffe es nie zum Sport, dann ist das eine reine Prioritätenfrage. Wenn der Job es nicht zu lässt (z.B. ich brauche die Stunde Schlaf morgens, weil ich sonst wirklich zu wenig schlafe), dann muss ich etwas ändern (anders organisieren, mit dem Chef sprechen, Job wechseln) oder erkennen, dass Sport für mich nicht hoch genug auf der Prioritätenliste steht. Beides ist ok und absolut subjektiv, muss jeder für sich selbst entscheiden. Genauso ist es dann auch mit Noten, Arbeitsergebnissen, Nebenprojekten – werde Dir über Deine Prioritäten klar und handle entsprechend. Das passt auch gut zu dem Punkt ‚Wenn ich was wirklich will, dann schaffe ich es auch‘ – ich bin überzeugt davon, dass ich – ausgedachtes Beispiel, bin kein Fan – eine gute Schwimmerin werden kann – wenn ich meine Prioritäten entsprechend setze und jeden Tag viele Stunden im Wasser bin, meine Ernährung umstelle etc.

6. Sei authentisch
Authentizität ist ja auch so ein Buzzword irgendwie. Kommt mir zumindest so vor, höre ich irgendwie oft in letzter Zeit. Trotzdem finde ich es total wichtig und es ist für mich selbst definitiv eine Erfolgsregel. Authentisch sein heißt ja, sein ‚wahres Ich‘ nach außen zu kehren und sich nicht zu verstellen. Menschen zeigen oft in verschiedenen Lebensbereichen verschiedene Seiten von sich – das ist ja auch ganz natürlich und vermutlich in gewissem Maße notwendig. Es gibt Dinge, die bespreche ich vielleicht eher mit meiner Familie als mit Arbeitskollegen, klar. Aber grundsätzlich bin ich Liesa, überall. Bei mir geht Beruf und Privatleben ineinander über, Arbeitskollegen sind Freunde. Das kommt vielleicht auch daher, dass meine Familie selbstständig in der Gastronomiebranche ist. Wir arbeiten irgendwie immer und müssen deswegen auch bei der Arbeit eine gewisse Lockerheit haben und Privates zu lassen. Jeder muss sein eigenes Maß finden – für mich ist es so gut. Und ich bin absolut überzeugt davon, dass man keine Scheu davor haben sollte, man selbst zu sein. Wieso auch nicht? Wenn sich dann zeigt, dass Dein authentisches Ich in dem jeweiligen Kontext nicht ankommt, nicht gewünscht ist – dann schnell weg, dann ist der Ort sowieso nicht der richtige. Und das gilt für den Arbeitsplatz genauso wie für Beziehungen und Freundschaften. ‚Being yourself is your superpower‘ hab ich letztens irgendwo gelesen. Stimmt! Nutze diese Superkraft 🙂

7.Steh schnell wieder auf

Das ist für mich auch ein super wichtiges Konzept. Es wird im Leben mal was nicht klappen. Sogar oft. Und wenn man viel macht, viel wagt und oft seine Komfortzone verlässt um zu wachsen, dann erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit mal hinzufliegen und zu scheitern. Ich habe letztens gelesen, dass J.K. Rowling’s ‚Harry Potter‘-Manuskript von vielen Verlagen abgelehnt wurde, teilweise auf sehr unfreundliche Art. Harry Potter’s Erfolgsgeschichte kennen wir alle. J.K. Rowling hat also nicht aufgegeben, hat sich von den Absagen nicht entmutigen lassen. So wichtig! Wer wirklich erfolgreich sein will muss sich einen Mechanismus überlegen, mit Fehlschlägen umzugehen. Mein Vater hat schon damals immer zu mir gesagt: „Mund abputzen, weitermachen.“ Ich halte das jetzt ähnlich. Wenn etwas schief gelaufen ist investiere ich kurz Zeit zu reflektieren wieso, ob ich etwas hätte anders machen können, was ich daraus lernen kann. Ich gönne mir einen Tag ärgern und traurig sein und dann geht’s aber auch weiter. Es bringt nichts, sich lange zu bemitleiden und sich über Dinge zu ärgern die passiert sind. Aufstehen, Schmutz abschütteln, tief durchatmen und weiter nach vorne. So ihr Lieben, das waren meine sieben Regeln oder Prinzipien. Wie gesagt, das sind MEINE Prinzipien, ist ja eine sehr individuelle Angelegenheit 🙂 Ich bin gespannt wie ich das Thema in 10 Jahren sehe

Liesa

Ich freue mich auf Gedanken dazu 🙂


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