So langsam ist es bei allen angekommen – Plastik spielt in unserem Leben eine zu große Rolle. Wale ersticken an Plastik und anscheinend essen wir eine Kreditkarte an Plastik jede Woche, durch das Mikroplastik in Wasser, Nahrung und der Luft. Plastik ist nur eins der Themen – Lebensmittelverschwendung, grundsätzlicher Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung beim Transport um unseren ausufernden Konsum ermöglichen zu können sind andere.

Viele Leute haben ein Bewusstsein für das Thema entwickelt und überdenken ihr Konsumverhalten – so auch ich. Ich habe nie viel Fleisch gegessen, aber seit etwa einem Jahr esse ich wirklich nur noch ganz ausgewählt Fleisch. Das fällt mir aber auch nicht schwer, weil es mir nicht so wichtig ist. Was mir aber schwer fällt, ist auf Plastik zu verzichten, denn ich bin viel unterwegs, esse ständig auswärts oder nehme mir was mit und kaufe häufig spontan ein paar Sachen ein. Da kommt einiges an Plastik zusammen. Jetzt habe ich mir vorgenommen ganz bewusst auf Plastik zu verzichten beziehungsweise jeden Verstoß zu notieren, damit ich besser verstehe, wo die ‚Fallen‘ lauern. Das wollte ich gerne mit euch teilen – vielleicht inspiriert es ja den ein oder anderen auch mal darauf zu achten. Vielleicht macht ihr es ohnehin schon und habt noch Tipps für mich. Ich habe den Beitrag in drei Teile geteilt: Einkaufen, auswärts essen und sonstiges.

  • Lebensmittel einkaufen: Momentan schlafe ich die meiste Zeit zuhause und deshalb findet man – erstmals seit Jahren – mehr als nur Wein, Sojasoße, Augencreme und vertrocknete Knoblauchzehen in meinem Kühlschrank. Ich kaufe tatsächlich ab und zu ein – und das eben bevorzugt plastikfrei. Mein Obst und Gemüse bestelle ich aktuell einmal die Woche bei den Marktschwärmern und hole es Donnerstag am frühen Abend in Ehrenfeld am. Das kommt alles von Erzeugern aus der Region, ich bekomme es unverpackt und räume es in meinen mitgebrachten Jutebeutel (#ehrenfeld). Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Wenn ich unter der Woche Nachschub brauche, kaufe ich das Obst und Gemüse bei Altnatura oder anderen Bioläden in Köln. Irgendetwas, das in Plastik verpackt ist (e.g. Paprika 3er-Kombi) kaufe ich strikt nicht – es gibt immer Alternativen. Klar, der vorgeschnittene und vorgewaschene Salat in der 200 Gramm Packung wäre irgendwie entspannter, aber ich entscheide mich trotzdem für den großen, unverpackten Kopfsalat. Das macht etwas mehr Arbeit und man isst halt mal ein paar Tage das gleiche – aber das passt schon. Planung ist ein gutes Stichwort. Wenn man plastikfrei einkaufen will, sollte man versuchen den Großteil des Einkaufs an einem Tag zu erledigen. Nüsse, Leinsamen, Haferflocken, Linsen und so weiter kaufe ich in einem der Unverpackt-Läden in Köln (siehe unten für Adressen). Dahin muss ich dann aber ohne Ende Schraubgläser mitnehmen – das geht also nicht spontan auf dem Heimweg. Also, da wird geplant. Ich habe natürlich zwischendrin trotz meines Vorhabens auch schon mal wieder etwas in Plastik gepacktes gekauft. Wie kam es dazu? Situation 1 war akuter Hunger, der mich überkam und dazu gebracht hat im REWE eine Plastiktüte Walnüsse zu kaufen und gierig direkt hinter der Kasse aufzureißen. Situation 2 war ein schlichtes Vergessen, in Gedanken versunken in den Supermarkt gelaufen. Zurückgefallen zu alten Verhaltensmustern und plötzlich eingeschweißte Champignons, Feldsalat in Plastik und eine Plastikflasche Wasser in der Hand gehabt. Moral von der Geschichte: Die ‚Kein Plastik-Variante‘ zum neuen Default machen und für Hungerattacken was dabei haben oder Selbstdisziplin aufbringen.
Marktschwärmer Schild am Donnerstag
  • Auswärts essen: Auch, wenn ich aktuell öfter kochen könnte, ich tue es häufig auch nicht und esse auswärts. Fortgeschrittene Zero-Waste-Anhänger würden vermutlich nur in Läden gehen, bei denen man weiß, dass sie selber möglichst auf Plastik verzichten. Soweit bin ich noch nicht. Ich versuche schon darauf zu achten primär in Läden zu essen, die regionale Zutaten verwenden – aber ich frage nicht nach und habe insbesondere beim Plastik keine Ahnung, wie sich die Läden verhalten. Und ich esse auch meinen Salat regelmäßig in der Unimensa… Was ich aber versuche zu vermeiden ist das klassische Take-Away. Ich nehme mir die Zeit, mich hinzusetzen und vor Ort zu essen. Wenn es gar nicht geht und ich unbedingt was mitnehmen muss, habe ich meine Tupperdose und mein eigenes Besteck dabei und lasse es direkt da rein füllen. Dasselbe gilt für den Kaffeebecher. Habe ich meine Ausrüstung schon mal vergessen und dann doch in Plastik was mitgenommen? Klar. Super hungrig im Supermarkt gewesen und doch an der Salattheke einen To-Go-Salat mit in den Park genommen. Oder den Cappuccino doch im Pappbecher mitgenommen, weil ich es eilig hatte, aber nicht verzichten wollte. Finde ich eigentlich auch nicht so schlimm, wenn das ab und zu mal so kommt – so lange eben grundsätzlich der Automatismus ist, dass man es nicht tut und hier (Plastik)Müll vermeidet.
  • Sonstiges: Wenn man sich ein wenig für das Thema sensibilisiert, sieht man echt viel Plastik überall. Neben dem alltäglichen Lebensmittelkonsum ist das, was mich am meisten schockiert hat, die riesige Menge an Kram, die wir produzieren. So viel Schrott. Bei jeder Veranstaltung oder Messe werden Schlüsselbänder verteilt, die nur rumliegen oder im Müll landen. Kugelschreiber sind ja noch das nützlichste Werbegeschenk, aber auch davon gibt es viel zu Viele. Wieso nicht einen Stift haben und die Patrone nachfüllen? Wir produzieren Zeug, das sinnlos angehäuft wird, verstaubt und dann schließlich im Müll landet. Ich habe für mich selber entschieden einfach nur noch wenig zu kaufen. Ich verschenke nur noch Gutscheine (für eigene Einkäufe oder nicht-materielle Dinge) und möchte auch keine Sachen mehr geschenkt bekommen. Bücher sind meine Ausnahme, weil ich mich da bislang noch nicht so 100% an den Kindle oder andere Tablets gewöhnt habe. Aber in Summe versuche ich einfach weniger Zeug zu besitzen. Ich habe aktuell schon endviel, deswegen ist einmal groß Ausmisten der nächste Schritt. Aber jetzt kommt zumindest schon mal nichts mehr dazu.

Also, das war mal mein erstes Resümee als Anfänger im Bereich Bewusstsein für Plastikvermeidung. Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Tipps zu dem Thema.

Unverpackt Läden in Köln:
https://www.veedelskraemer.de/
http://www.tante-olga.de/

Basic Supermarkt am Barbarossaplatz

Kategorien: Allgemein

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