Selbstbewusstsein – sich selber bewusst sein. Sich seiner eigenen Stärken und Fähigkeiten bewusst sein. Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstzweifel. Was heißt das genau? Bist Du selbstbewusst? Wie wird man selbstbewusster? Viele Fragen. Im August war ich auf dem Female Future Force Day in Berlin, ein Event auf dem viele verschiedene Speaker Vorträge zu verschiedenen Themen – Fokus Frau – gehalten haben. Eigentlich wollte ich den Vortrag ‚Du, nur selbstbewusster‘ besuchen, aber ich bin nicht mehr reingekommen, überfüllt. Das Thema interessiert anscheinend viele…

 

Kein Wunder, denn fast jeder hat in irgendeinem Bereich seines Lebens – sei es Job, Körper, Dating… – mit mangelndem Selbstbewusstsein zu kämpfen. Und wem der Glaube in sich selbst fehlt, der bleibt hinter seinen eigenen Möglichkeiten zurück, will unauffällig sein. Um Dinge zu tun die anders sind braucht man Selbstvertrauen. Hab ich mir bevor ich diesen Blog online gestellt habe gedacht: ‚Liesa, du bist bescheuert. Wieso zur Hölle sollte irgendjemand den Schrott den du fabrizierst lesen. Die werden Dich auslachen .. Ohh jetzt hat sie auch noch einen Blog. Wahnsinn, du bist überheblich und nimmst dich selber zu wichtig.‘ – JA, habe ich. Habe ich mich geschüttelt, mir klar gemacht dass es mir wichtig ist das hier zu tun und mir einen Riesenspaß macht, den ich mir nicht verderben lassen möchte? Auch JA. ‚To be brave does not mean you are not afraid, it means you do it anyway.‘  Einfach machen.

 

Vor einigen Jahren habe ich meine Masterarbeit zum Thema Teamkonflikte und deren Einfluss auf Teamperformance geschrieben. Ein Konstrukt, das ich mir in dem Zusammenhang angesehen habe ist ‚self efficacy‘ oder auf Deutsch ‚Selbstwirksamkeit‘. Selbstwirksamkeit ist die eigene Überzeugung, dass man die Fähigkeiten hat um eine gewisse Handlung auszuführen. Dieser Glaube an sich selbst macht den Unterschied. Wenn man konstant an sich zweifelt und sich selber nicht vertraut ist es wahnsinnig schwer Ergebnisse zu erzielen. Nur an sich und die eigenen Fähigkeiten zu glauben ohne die Fähigkeiten zu besitzen ist aber auch schwierig – klar, gibt es auch, die klassischen ‚Blender‘, Menschen die aufgrund ihres Auftretens wahnsinnig kompetent wirken, es aber nicht sind. Aber das fliegt dann in den meisten Fällen irgendwann auf. Viel öfter ist allerdings der umgekehrte Fall: Absolut fähige Personen, die die Aufgabe definitiv erledigen könnten, es sich aber nicht zutrauen und nicht an sich glauben – und es deshalb am Ende oft gar nicht erst probieren, im Prozess aufgeben oder scheitern. Und das ist super schade. Gleichzeitig kann einem der Glaube an sich selbst auch echt Auftrieb verleihen… Sagen wir man verfügt nur über 60, 70% der Fähigkeiten die es braucht, ist aber überzeugt, dass man grundsätzlich alles schaffen kann –  tja, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man es tatsächlich schafft auf jeden Fall.

 

So, also ich denke, dass klargeworden ist, dass Selbstvertrauen wichtig für Erfolg ist. Aber wie entwickelt man dieses Selbstvertrauen denn nun? Was muss man als unsichere Person tun, um an sich selbst zu glauben? Es gibt diese Menschen, die eine enorme Selbstsicherheit ausstrahlen. ‚Wow, der/die kriegt alles hin.‘, denkt man, wenn man ihnen begegnet. Ich bin eine von diesen Personen. Ich habe schon super oft Sätze gehört wie: ‚Das schaffst Du auf jeden Fall, wenn nicht Du, wer dann?‘ oder ‚Das wirst du super machen, wie alles andere auch.‘ oder aber ‚Du hast so eine Energie, ich glaube du würdest echt einfach alles schaffen.‘ Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nie unsicher bin. Auch ich erlebe Situationen, in denen ich mich überfordert fühle, nicht sicher bin ob ich einer Sache gewachsen bin oder an meine Grenzen komme. Und Situationen in denen ich Angst habe einen gewissen Schritt zu machen – unter anderem ja auch hier beim Thema Blog veröffentlichen (s.o.). Aber ich muss sagen, dass ich in Summe schon ziemlich selbstsicher bin. Ich vertraue mir selber und meinen Fähigkeiten und glaube an meinen Selbstwert – in fast allen Lebensbereichen. Wieso ist das so? Also, ich glaube an der Stelle habe ich viel meinen Eltern zu verdanken, die mir gezeigt haben, dass man sich von unten hocharbeiten kann und dass es weitergeht, auch wenn Dinge scheitern. Ich glaube nämlich nicht immer, dass alles was ich anfasse zu Gold wird, sondern viel eher, dass es weiter geht auch selbst wenn ich scheitere oder mal was schiefläuft. Sagen wir jetzt jemand hat nicht das Glück gehabt zu einem selbstbewussten Menschen erzogen zu werden – was kann man tun, um sein Selbstbewusstsein zu stärken? Ich habe ein paar Tipps für euch:

 

1. Selftalk/ Gedankenwelt anpassen: Es ist ganz einfach, man muss sich einfach entscheiden, dass man ab jetzt an sich glaubt. Hashtag einfach machen. Das klingt immer so doof: ‚Leg einfach den Schalter im Kopf um.‘ – Jaja, ist klar, welcher Schalter und wie soll man den umlegen? Aber ganz ehrlich, es stimmt. Die eigenen Gedanken haben so eine enorme Kraft und das Schöne ist, dass man sie wirklich selber steuern kann. Dazu muss man allerdings ein bisschen Kraft aufwenden. Man muss sich mit sich selber beschäftigen. Was zum Beispiel bei mir immer ganz gut funktioniert, wenn ich mal wieder an mir zweifle ist ein Blatt Papier zu nehmen, es in drei Teile zu teilen und folgende Listen zu erstellen:

  1. Meine Stärken
  2. Was ich schon geschafft habe, worauf ich stolz bin
  3. Was würde meine Mutter/Partner (irgendjemand der einen liebt) über mich sagen

Ein anderer Trick um Selbstvertrauen zu stärken ist sich vorzustellen was man jemandem sagen würde, der einem nichts zutraut. Das Teufelchen auf der Schulter sagt ‚Das kannst du eh nicht. Du bist zu schlecht/dumm/dick/undiszipliniert.‘ Und was sagst du? Wie verteidigst du dich? Wenn man sich selber mal ‚von außen‘ anschaut und sich selber ‚vermarkten‘ muss, redet man automatisch positiver, denkt über seine positiven Eigenschaften und Erfolge nach. Ja, das hast du tatsächlich alles schon geschafft. Krass, oder? Dann musst du ja einiges können 🙂

 

 

2. Es sich beweisen: Der beste Weg um sein Selbstbewusstsein zu stärken ist tatsächlich Erfolge zu verbuchen. Henne/Ei Problem – oder positive Wechselwirkung, die man sich zu Nutze machen kann. Wenn du Dinge schaffst und sie funktionieren zeigst du dir selber, dass du dir vertrauen kannst. Wenn du etwas schon mal erfolgreich gemacht hast, gibt dir das Sicherheit für das nächste Mal. Das Schöne ist, dass das sogar bereichsübergreifend funktioniert beziehungsweise in andere Bereiche strahlt. Und man kann auch ganz klein anfangen, mit Dingen die man kurzfristig selber beeinflussen und erreichen kann. Alleine banale Dinge wie morgens vor dem Wecker wachwerden oder ohne ‚Snooze‘ nach dem ersten Klingeln aufstehen signalisieren: ‚I can handle it.‘ Ich starte super gerne morgens mit Sport – wenn ich vor der Arbeit 10 Kilometer laufe, habe ich mir schon gezeigt, dass ich mir selber vertrauen kann, weil ich auch wirklich einhalte was ich mir vornehme. Und ich habe meinen Körper gespürt, was für meine Gesundheit getan. Mein Körper und ich sind ein Team. Ich habe dann einfach ein positives Grundgefühl für den Tag und das Gefühl, dass ich gut gerüstet bin. Natürlich sind ‚große Dinge‘ super hilfreich. Eine bestandene Klausur gibt Selbstvertrauen. Ein erfolgreich absolviertes Studium gibt noch mehr Selbstvertrauen.

Besonders gut funktioniert das wenn man etwas tut und schafft was einem wirklich schwer fällt, also die Komfortzone verlässt. Ich tue das sehr regelmäßig und habe Spaß dran, mich immer mal wieder extra in (vermeintlich) unangenehme und schwierige Situationen zu begeben, da wächst man am meisten. Einer meiner Professoren hat immer gesagt ‚The comfort zone is a beautiful place but nothing ever grows there‘. Und daran glaube ich auch. Man muss das nicht ständig machen, aber ab und zu hält das Leben spannend und hilft dabei das Selbstbewusstsein aufzubauen.

3. Realistischer sein: Oft machen wir uns fertig und erwarten zu viel von uns. Unser Selbstwertgefühl ist niedrig, weil wir uns mit Anderen vergleichen. Diese anderen Menschen zeigen uns allerdings nur ihre polierte Oberfläche. Niemand postet ein Foto von Katersonntagen oder Heulattacken auf Instagram. Wir sind alle nicht perfekt. Man kann erfolgreich sein, stark sein und trotzdem Fehler haben.Wenn wir diese Realität akzeptieren und dementsprechend auch nicht über andere urteilen, sondern sie so annehmen wie sie sind, ist viel gewonnen. In dem wir offen miteinander sind und Schwäche zeigen, gehen wir als Beispiel für diese Kultur voran. Ich bin Liesa, ich hab viel erreicht, ich mach das hier alles aber ich bin auch menschlich, ich habe Schwächen und ich zeige sie euch. Ich bin davon überzeugt, dass es uns gut tun würde, wenn wir uns mehr von unserern absolut unperfekten Realitäten zeigen. Und wenn ihr das schonmal realisiert und euch als fehlbarer Mensch annehmt, dann geht es auch schnell bergauf mit dem Selbstbewusstsein.

So, das wären meine Gedanken zum Thema ‚Selbstbewusstsein‘. Vielleicht noch eine Einschränkung oder ‚Warnung‘ – jemand der sehr selbstbewusst ist, kann auch – fälschlicherweise – als ‚hart‘ wahrgenommen. Wie bei allem im Leben ist es wichtig eine gute Balance zu finden 🙂 Grundsätzlich ist Selbstbewusstsein aber super, super wichtig und man kann einiges tun um es zu stärken. Die zwei Tipps, die ich mit euch geteilt habe, sind für mich persönlich am wichtigsten. Aber es gibt natürlich ohne Ende weitere Methoden um das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Da kann man nie auslernen – also ich bin gespannt, was sind eure Tricks um euer Selbstvertrauen zu stärken?

Liebe Grüße
Liesa

Kategorien: Allgemein

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