Vor einigen Jahren habe ich im Rahmen eines Beratungsprojektes einen Mann kennengelernt, der ständig das Wort ‚holistisch‘ benutzt hat. Holistisch kommt von dem griechischen Wort ‚holos‘ für ‚ganz‘ und meint, dass man Systeme als Ganzes und nicht nur als Summe ihrer Teile betrachtet. Heute ist holistisch auch ein Wort geworden, das ich gern und recht oft benutze, denn es gilt nicht nur im Firmenkontext. Auch das ‚System Mensch‘ muss man holistisch betrachten, wenn man ein gutes Leben führen möchte. Kopf und Körper hängen eng zusammen. Wenn es mir körperlich nicht gut geht, kann auch mein Gehirn nicht seine optimale Leistung abrufen. Jetzt ist es so, dass wir in eine Gesellschaft leben, die lieber reagiert anstatt präventive Maßnahmen vornimmt. Wir bekämpfen immer die Symptome, selten die Ursache. Wir trinken Kaffee, gegen die Müdigkeit und nehmen Medikamente gegen diverse Erkältungen oder Schlimmeres. Man könnte auch überlegen sich gesund zu ernähren, ausreichend zu schlafen und Sport zu machen. Aber diese drei Säulen vernünftig zu bedienen ist häufig mühsam, kostet Zeit oder wird einfach depriorisiert. Das ist nicht nur schade, sondern wirklich blöd – denn es kostet uns hinten raus Lebenszeit und Lebensqualität. Jetzt denken wir aber nicht völlig logisch, sondern sind halt eben nur Menschen. Sport ist jetzt gerade anstrengend, da muss man den Schweinehund überwinden … und die positiven Effekte von Sport auf die langfristige Gesundheit werden von vielen unterschätzt. Die durchgearbeitete Nacht fühlt sich auch heute schon blöd an, aber die Langzeitfolgen können wir nicht wirklich erfassen. Insbesondere in sehr intensiven Berufen ist es oft nicht einfach, alles in Einklang zu halten. Deswegen möchte ich hier darüber sprechen, wieso es trotzdem die Mühe wert ist und was man tun kann.

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Ich bin überzeugt davon, dass die Arbeitswelt und irgendwo auch die Gesellschaft sich verändern muss und dass es dafür zwei braucht: Arbeitgeber, die eine Umgebung schaffen, in der das funktioniert und auch Arbeitnehmer, die für ihre eigenen Grenzen einstehen. Jeder von uns hat Gestaltungsmacht und kann Vorbild sein, egal welche Hierarchiestufe. Aber insbesondere diejenigen von uns, die bereits Führungsverantwortung haben, sollten diese nutzen und Veränderung einleiten. Abends zu einer gewissen Zeit gut sein lassen und ausreichend Schlaf für alle sichern, mehr Bewegung in den Alltag bringen durch einen Spaziergang nach dem Lunch oder auch mal Teamsport gemeinsam. Vor allem aber keine hochgezogene Augenbraue, wenn jemand anders für seine Gesundheitsbedürfnisse einsteht. Dafür sollte es Applaus geben und keinen dummen Spruch. Wir müssen unsere Arbeitskultur verändern: es ist smart, seine Gesundheit zu priorisieren. Und es hat nichts mit mangelnder Leistungsfähigkeit zu tun, wenn man sich entscheidet, um 23 Uhr das Büro zu verlassen. Damit Veränderung stattfindet brauch es aber uns alle – man muss einfach mal machen, mal was versuchen, die Grenzen austesten und schließlich neu definieren. Alles besser als aufgrund von Unzufriedenheit mit dem Lebenswandel (oder gar schon den gesundheitlichen Folgen) einen eigentlich spannenden Job nicht mehr ausüben zu wollen.

So – was können wir denn nun tun, um in beschäftigten Zeiten unsere Gesundheit zu beschützen. Ich habe in den letzten Wochen drei Texte zu den drei Themen Ernährung, Schlaf und Sport geschrieben, weil mir das Thema am Herzen liegt und weil ich hoffe, dass der ein oder andere sich vielleicht nach der Lektüre entscheidet, eine oder mehrere schlechte Gewohnheiten gegen eine gute zu tauschen. Außerdem wollte ich ein paar Tipps und Ideen mit euch teilen, denn es ist natürlich nicht immer einfach, ein gesundes Leben zu führen. Wir sind alle beschäftigt, arbeiten viel und wollen in der Zeit die übrig ist dann auch einfach mal entspannen. Insbesondere wenn man einen Job ausübt, der einen länger als von 9 Uhr bis 17 Uhr am Schreibtisch festhält und mit Reisen verbunden ist, kann es sehr schwer werden, gesund zu essen, ausreichend zu schlafen und sich fit zu halten. Aber es ist möglich. Und es ist wichtig! Also, wie kann man sich bei den drei Pfeilern gut organisieren

1.Ernährung: Nahrung ist Treibstoff. Was wir oben in uns reinschmeißen hat maßgeblichen Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit. Das Thema Ernährung wird leider häufig nur im Zusammenhang mit ab- und zunehmen bedacht, dabei ist es so viel größer. Auch eine optisch schlanke Person kann innerlich verfettet sein und/oder schlechte Blut- und Cholesterinwerte haben. Deswegen sollte jeder Mensch gesunde Ernährung zum Thema machen. Ein paar nützliche Orientierungsregeln sind:

Bali – ein Ort mit ohne Ende gesundem Essen 🙂
  • Kohlenhydrate: Kohlenhydrate sind ein wichtiger Energielieferant und werden oft zu Unrecht verteufelt. Weglassen oder auf ein absolutes Minimum reduzieren sollte man Zuckerbomben wie Softdrinks oder Süßkram. Bei Sättigungsbeilagen ist immer die Vollkornvariante zu bevorzugen, da dort mehr Ballaststoffe drin sind. Diese sind super für den Körper, halten länger satt und helfen den Darmbakterien beim Arbeit verrichten. Klar, in Obst ist auch Zucker drin, aber da muss man sich keine Sorgen machen. Obst und Gemüse sollte täglich auf dem Speiseplan stehen, und zwar reichlich. Beim Obst sind insbesondere Beeren zu empfehlen, sie haben viele gute Inhaltsstoffe. Beim Gemüse ist Brokkoli sehr gesund. Aber hier gilt grundsätzlich: esst was euch schmeckt, nur esst es auf jeden Fall!
  • Fette: Fett macht Fett? Nicht unbedingt. Auch hier muss man wieder unterscheiden. Gesättigte Fettsäuren, die primär in tierischen Produkten vorkommen, sollten sehr begrenzt den Weg in unser System finden, denn sie lagern sich an den Innenwänden unserer Blutgefäße ab und führen langfristig zu Krankheiten. 300-600 Gramm Fleisch pro Woche ist der Richtwert, den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Gesättigte Fettsäuren sind übrigens auch im vermeintlichen ‚Superfood‘ Kokosöl! Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind wichtig für unseren Körper: sie sind beispielsweise in Fisch und Nüssen enthalten. Jeden Tag eine Handvoll Nüsse essen ist super!

  • Proteine: Viele Menschen überschätzen ihren Proteinbedarf. ‚Ohne Fleisch ist das doch keine richtige Mahlzeit.‘, sagen insbesondere Männer manchmal. Aber da müssen wir umdenken – es gibt neben Fleisch viele andere Proteinquellen und es muss auch nicht zwingend Tofu sein J Und wie gesagt, so viel brauchen wir gar nicht… Fisch, Hülsenfrüchte und Haferflocken liefern auch ordentlich Protein. Ein, zweimal die Woche Fleisch essen (300-600 Gramm) reicht also total.

    Wie so oft gilt hier 80:20. Ab und an mal ein fettes Eis, eine Pizza oder eure Sünde des Vertrauens sind natürlich absolut ok! 🙂

Wer den ganzen Artikel zum Thema Ernährung lesen möchte => hier lang.

2. Schlaf: ‚Viel trinken und schlafen.‘ oder ‚Schlaf ist die beste Medizin.‘ sind ausgelutschte, gut gemeinte Ratschläge, die man kränkelnden Menschen gerne gibt. Und es stimmt, Schlaf ist mächtig, heilend. Im Schlaf repariert der Körper alles, was kaputtgegangen ist, verarbeitet Erlebtes, speichert Wissen ab, lässt Muskeln wachsen. Insbesondere das Gehirn braucht die Erholung. Wer nicht genug schläft, ist am nächsten Tag unausgeruht, müde und weniger leistungsfähig, macht mehr Fehler. Aber nicht nur das: durch die fehlende Reparatur erhöht sich das Risiko für Alzheimer, Krebs und Herzattacken. In unserer Gesellschaft wird viel schlafen aber häufig mit Faulheit und Unproduktivität assoziiert. Klar, auf den ersten Blick kostet Schlaf erstmal Zeit – aber hinten raus lohnt es sich sehr, denn wer genug schläft kriegt mehr geschafft, ist zufriedener und lebt auch länger. Also, sicherstellen dass ihr ausreichend und gut schlaft! 🙂

Wer den ganzen Artikel zum Thema Schlaf lesen möchte => hier lang.

Morgenlauf in San Francisco. Hier herrscht eine ganz andere Einstellung zu Sport: viele Leute haben ihre Sportsachen im Büro und schieben ein Workout ein.

3. Sport: Es ist bekannt, dass Sport gesund ist. Und eigentlich kennt jeder das gute Gefühl nach dem Training und auch das schlechte, wenn man mal länger nichts gemacht hat. Aber vielen ist nicht ganz klar, wie wichtig Sport WIRKLICH ist. gibt viele Studien, die zeigen, dass mangelnde körperliche Aktivität ein zentraler Risikofaktor für Herzkrankheiten, Schlaganfall, Diabetes Typ II und einige Arten von Krebs ist. Außerdem hilft Sport der Psyche und verbessert die Laune. Er ist deswegen keine Option, sondern wirklich ein Muss und sollte auch genauso behandelt werden. Die regelmäßige Sportsession ist ein Termin – genauso wichtig wie der beim Kunden, eigentlich sogar noch viel wichtiger. Also, stellt sicher, dass ihr Zeit für Sport schafft. Wichtig: Nicht nur Sport hat diese positiven Effekte, sondern auch schon körperliche Aktivität als solche. Öfter zu Fuß gehen und Treppen laufen zahlt auch schon auf das Bewegungskonto ein. Aber regelmäßiges Krafttraining (2x die Woche) sollte definitiv auf der Agenda stehen. Das ist wichtig für die Körperzusammensetzung, den Stoffwechsel, die Haltung, das Selbstbewusstsein… you name it! Tut euch also einen Gefallen und bringt mehr Bewegung in den Alltag, sucht euch einen Sport der Spaß macht, ergänzt noch gelegentliches Krafttraining – eure Gesundheit wird es euch danken.

Wer den ganzen Artikel zum Thema Sport lesen möchte => hier lang.

So, ich hoffe diese Zusammenfassung hat vielleicht dem ein oder anderen nochmal eine Anregung gegeben. Wenn ihr Interesse an den längeren Versionen habt, einfach den Links folgen. Habt ihr coole Tipps & Tricks wie man seinen (beschäftigten) Alltag gesünder gestalten kann? Teilt sie gerne 🙂

Die drei detaillierten Texte findet ihr hier:

Ernährung: https://liesalier.de/intensiv-aber-gesund-teil-1-ernaehrung/

Schlaf: https://liesalier.de/intensiv-aber-gesund-teil-2-schlaf/

Sport: https://liesalier.de/intensiv-aber-gesund-teil-3-sport/

Kategorien: Allgemein

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