Ich weiß gar nicht mehr genau wann, aber vor einiger Zeit sind sie plötzlich aufgetaucht: Podcasts. Es gibt sie zu vielen verschiedenen Themen und sie kommen mit unterschiedlicher Frequenz, direkt durch die Kopfhörer ins Ohr. Ich bin ein ziemlicher Bücherfan und habe deswegen immer viel gelesen – beim Joggen, Autofahren oder einfach durch die Straßen gehen, geht das allerdings nicht. Deswegen sind Podcasts für mich eine super Bereicherung für meinen Alltag. Sie sind allerdings auch irgendwie gefährlich, denn es gibt so viele davon und wenn man einen angefangen hat und er gut ist, ist das ein bisschen so wie mit einer Serie, die man suchtet. Da Podcasts mich aktuell so viel begleiten, wollte ich euch ein paar meiner Lieblingspodcasts vorstellen, in drei Kategorien. Vielleicht hat ja auch noch jemand einen Tipp für mich 🙂

Informative Podcasts

Für mich sind Podcasts eine gute Möglichkeit, mich zu informieren. Ob als Rundumschlag über aktuelle Ereignisse oder punktuell über Themen, über die ich mehr wissen möchte.

  1. Steingarts Morning Briefing: Montag bis Freitag veröffentlicht Gabor Steingart – ein deutscher Journalist, der den Spiegel und das Handelsblatt geleitet hat – früh morgens einen etwa halbstündigen Podcasts, in dem er aktuelle politische und wirtschaftliche Ereignisse analysiert, in Kontext setzt und kommentiert. Er spielt regelmäßig Kommentare von Experten oder bekannten Persönlichkeiten ein. Gegen Ende eines jeden ‚Morning Briefings‘ berichtet eine Kollegin über die Entwicklungen an der Börse in den USA.

    Ich finde den Podcast von Gabor Steingart eine gute Möglichkeit, sich morgens in leicht verdaulicher – sowohl inhaltlich als auch was die Länge angeht – Form die wichtigsten Neuigkeiten zu Gemüte zu führen. Manchmal geht mir der gestelzte Ausdruck etwas auf den Keks, in Summe finde ich die ganze Aufbereitung aber angenehm und die Mischung aus neutraler Berichterstattung und Einwertung gut.
  2. Eine Stunde History: Einmal in der Woche veröffentlicht ‚Deutschlandfunk Nova‘ eine Folge des Podcasts ‚Eine Stunde History’, der nie eine Stunde dauert, sondern eher so 35 Minuten. Moderator Markus Dichmann spricht mit Experten über ein ausgewähltes geschichtliches Ereignis (z.B. Demonstrationen in Peking 1989, Franco Diktatur in Spanien ab 1939) oder interessante Personen (z.B. Leonardo da Vinci, Margaret Thatcher). Neben Geographie ist Geschichte einer der Bereiche, in denen ich mir wünschte, mich besser auszukennen. Ich versuche es immer wieder Wissen aufzubauen… mit mäßigem Erfolg. Das Format ‚Eine Stunde History‘ finde ich super, weil ich mir gezielt aus der mittlerweile doch beachtlichen Anzahl an Folgen etwas aussuchen kann, das mich interessiert.
  3. SZ – Das Thema: Der SZ-Podcast ist vom Grundkonzept ‚Eine Stunde History‘ ähnlich. Allerdings ist der Großteil der Themen eher aktuell, Beispiele wären Episoden über die Integration der Flüchtlinge in Deutschland, der Abgasskandal oder die Pflegebedürftigkeit von Millionen Älteren in Deutschland und entsprechende Lösungsansätze.

Interview Podcasts

Ich bin davon überzeugt, dass wir alle mehr voneinander lernen sollten. Wir sind zwar alle individuell – natürlich – aber am Ende auch ziemlich ähnlich. Alles was ich mich frage, hat sich ja irgendwann jemand anders auch schon mal gefragt. Deshalb höre ich mir super gerne Podcasts an, in denen Menschen zu ihrem bisherigen Leben befragt werden. Nicht selten lässt sich etwas auf meine Lebenssituation anwenden und ich fühle mich inspiriert.

  1. Hotel Matze: Matze Hielscher – einer der Gründer vom Stadtmagazin ‚mit Vergnügen‘ – veröffentlicht in unregelmäßigen Abschnitten die Audioaufnahme eines Interviews, das er mit einem mehr oder weniger bekannten Menschen aus Deutschland geführt hat. Es kein klassisches Frage-Antwort-Interview, sondern eher ein Gespräch, das sich entwickelt. Die Interviews sind von unterschiedlicher Dauer, im Schnitt so 75 Minuten würde ich sagen. Grundsätzlich fragt Matze jeden Gast etwas anderes, je nachdem was er oder sie eben für einen Hintergrund hat. Die letzten drei Fragen sind allerdings immer gleich, eine davon ist eine Variante von ‚Was würdest du auf ein Plakat schreiben, das eine Woche lang in Berlin an einem gut besuchten Platz aushängt?‘. Wie gut man eine Episode findet hängt natürlich auch maßgeblich davon ab, welcher Gast geladen ist und ob man ihn oder sie interessant findet. Allerdings haben mich auch schon so manches Mal Folgen, bei denen ich den Gast vorher gar nicht kannte, positiv überrascht und ich habe was gelernt. Beispielhafte Folgen, die ich empfehlen kann sind die mit Kim Frank, Fynn Kliemann, Franziska von Hardenberg, Lars Eidinger, Daniel Krauss, Nora Tschirner und Atze Schröder. 
  2. Zeit – Alles gesagt: Einmal im Monat veröffentlichen die Chefredakteure der Zeit und der Zeit Online ein ‚unendliches‘ Interview mit Leuten aus Politik, Fernsehen und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Unendlich ist das Interview natürlich nicht – aber es endet nur, wenn der Gast ein vorher von ihm selbst festgelegtes Codewort sagt, weil eben aus seiner Sicht ‚alles gesagt‘ ist. Die beiden Herren wirken manchmal mit übertriebenen Demut etwas komisch und etwas nervig, aber kein Wunder bei Podcastfolgen von mehr als vier Stunden Länge. Mir haben insbesondere die Folgen mit Katarina Barley, Tim Raue und Rubin Ritter gefallen.
  3. Rolemodels Podcast: Der Rolemodels Podast funktioniert vom Grundkonzept her genau wie Hotel Matze, nur, dass die Gäste immer weiblich sind und Führungspositionen innehaben oder auf eine andere Art als Vorbild fungieren. Diesen Podcast gibt es auf Deutsch und Englisch, es werden also auch Frauen aus anderen Ländern befragt. Hier gilt dasselbe wie bei Hotel Matze – man kann eine Menge lernen, nicht nur, wenn man selber Frau ist. Folgen die ich insbesondere empfehlen kann sind die mit Verena Pausder, Anne Will, Katarina Barley und Kristina Lunz.

Quatsch-Podcasts (mit ernsteren Elementen)

Ab und an hat man keine Lust auf Infos oder ernste Gespräche – da habe ich natürlich auch noch eine kleine Auswahl parat. Alle drei Optionen basieren auf demselben Konzept – zwei Leute (2x Männer, 1 x Frauen) quatschen zwischen einer und zwei Stunden miteinander. Da alle sechs Menschen wahnsinnig witzig sind (finde ich), gibt es immer einiges zu lachen.

  1. Gemischtes Hack: Schon vor etwa einem Jahr haben mich meine Geschwister und meine Cousine auf Felix Lobrecht aufmerksam gemacht – einen Comedian, den sie gut finden. Ich habe mir Videos von ihm angesehen und fand es irgendwie doof, flach, nicht lustig. Monate später habe ich eine Folge vom Podcast ‚Gemischtes Hack‘ gehört – der Podcast, in dem Felix gemeinsam mit Comedyautor Tommi Schmitt viele verschiedene Themen bespricht. Während Felix auf den Videos proletenhaft wirkte und seine Witze mich irgendwie nicht angesprochen haben (habe aber fairerweise auch nur ein, zwei Ausschnitte angesehen und war vielleicht nicht gut drauf :)), finde ich die beiden in Kombination im Podcast super lustig. Ja, sie sind immer noch ein wenig prollomäßig unterwegs, aber man merkt schnell, dass dahinter viel Intelligenz, eine tolerante Grundhaltung und zwei große Herzen stecken. Die Kombination finde ich einfach super und bin deshalb jetzt großer Fan. Felix und Tommi reden viel über politische Themen, Zeitgeschehen und geben ihren Hörern Tipps (‚Life-Hacks‘). I like it! Sollte jemand Kontakt zu Felix Lorenz herstellen können – let me know <3 🙂
  2. Fest & Flauschig: Lange vor Felix und Tommi haben Jan Böhmermann und Olli Schulz eine gemeinsame Sendung gehabt. Früher war es noch im Radio, heute ist es ein Podcast. Die beiden sind für sich alleine schon lustige Typen und bequatschen dann viele verschiedene Themen, oft geht es um Politik. Der Humor der beiden ist häufig schwarz, die Witze teilweise echt übel – aber ich muss trotzdem so viel lachen. Letztens musste ich an der Ampel auf dem Fahrrad (sorry…) so sehr lachen, dass Leute sich umgedreht haben und ich entschuldigend ‚Podcast!‘ gerufen habe und auf meine Kopfhörer gezeigt habe.
  3. Herrengedeck: Es gibt natürlich auch Frauen, die Podcast können. Ariana und Laura unterhalten sich auch einmal die Woche und sind ebenfalls sehr lustig. Bei den beiden geht es oft um ihre jeweiligen Leben, Promis, Dating und Beziehungskram oder auch mal ernstere Dinge wie die umfassende Besprechung der Michael Jackson Doku oder Tierschutz. Beide haben eine lustige Art zu sprechen, gehen super offen mit eigenen Schwächen und unterhalten mich so beim Joggen ab und an ganz gut 🙂 Der Name ‚Herrengedeck‘ ist Programm – die beiden nehmen während der Aufzeichnung immer ein, zwei Drinks.

Ich habe auch noch ein paar andere Podcasts ausprobiert – aber die oben genannten sind die, die ich am häufigsten anhöre. Wenn ich das so aufschreibe wird mir kurz komisch, Wahnsinn, wie viel Stunden ich schon darein investiert haben muss… Naja, gut sich das nochmal transparent zu machen, vielleicht muss ich da mal ein wenig detoxen 🙂 🙂 Wer einen guten Tipp für mich hat, sehr gerne 🙂

Happy Day für euch.

Kategorien: Allgemein

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