Vor gut einem Jahr habe ich im Urlaub über das Leben nachgedacht und Dinge, die mich stören. Ich habe an meine Familie, meine Freunde und meine Bekannten gedacht, von denen so viele irgendwie nicht richtig zufrieden sind. Wirklich ändern tun aber die wenigsten etwas. Dann habe ich auch darüber nachgedacht, wie gerne ich intensive Gespräche mit Menschen führe – und dass in der Vergangenheit echt einige Freunde nach einem Gespräch was geändert haben, den furchtbaren Job gekündigt oder die dysfunktionale Beziehung beendet. Versteht mich nicht falsch, ich sehe mich jetzt hier nicht als heilbringenden Coach oder so, aber in diesen Fällen haben ein paar kritische Rückfragen und Gedankenanstöße meinerseits tatsächlich was ausgelöst. Ich habe weiter gedacht – was könnte ich tun, um irgendwie dabei zu helfen, dass mehr Menschen sich trauen, etwas zu verändern. Ich kann nicht mit jedem in der Intensität sprechen – aber ich könnte vielleicht ein Buch schreiben, das Anregungen gibt.

Im Laufe der nächsten Tage habe ich diese Idee weiterentwickelt und mich dann tatsächlich entschieden, ein Buch zu schreiben. Mir war aber von Anfang an klar: meine Perspektive reicht nicht. Ich bin erst gut 25 Jahre auf der Erde und habe begrenzte Erfahrung, ich muss hier verschiedene Sichtweisen mit einbeziehen, damit das Buch auch wirklich jemandem nützlich sein kann. Also werde ich Leute interviewen und mit ihnen ihr Leben besprechen – und sie fragen, welchen Ratschlag sie ihrem jüngeren Ich mitgeben würden. Das habe ich dann auch gemacht – über ein knappes Jahr lang habe ich viele Gespräche geführt. In Summe 48 Stück. Das kürzeste dauerte anderthalb Stunden, das längste über vier Stunden – und die Interviews waren teilweise sehr emotional. Neben den Interviews gab es auch viele informelle Gespräche, in denen ich die Frage ‚Was würdest Du deinem jüngeren Ich raten, wenn du es jetzt gerade treffen könntest?‘ platziert habe. Ich habe so wahnsinnig viel gelernt durch die Gespräche mit so vielen spannenden Menschen. Allein deshalb hat sich das Buchprojekt gelohnt, ich habe jede Minute des Prozesses genossen.

Naja, jetzt ist das Buch fertig. Und für wen ist es gedacht? Am Anfang hatte ich vor für junge Leute zu schreiben. Schulabgänger, die oft völlig orientierungslos sind und nicht so richtig wissen, was sie wollen und versuchen verschiedenen Erwartungen gerecht zu werden. Im Laufe der Interviews habe ich aber gemerkt, dass ich mich an einen größeren Adressatenkreis richten möchte. Eine Freundin hat mich gefragt, warum ich ein Buch schreibe, dass sich in die Reihe der Ratgeber einreiht. ‚Braucht die Welt das?‘ Nein, brauchen tut sie es sicher nicht. Und klar, es gibt auch schon wahnsinnig viel Literatur im Bereich Persönlichkeitsentwicklung – aber viel ist auf Englisch und viel ist auch einfach schon recht speziell. Ich würde gerne was Simples machen, auf Deutsch. Leicht verständlich und verdaulich, aber trotzdem anregend und nützlich. Quasi Einsteigerliteratur in das Thema Reflektion und Arbeit an sich selbst. Wenn nur eine Person das Buch liest und danach irgendeine Veränderung zum positiven einleitet, bin ich schon zufrieden.

Was sind denn nun die zehn Ratschläge, die Menschen ihrem jüngeren Ich geben würden?

1. Hab es nicht so eilig!
2. Reise!
3. Tu was du liebst!
4. Entspann Dich!
5. Hör auf deine Intuition!
6. Leb im Moment!
7. Sei mutiger!
8. Leg dich fest!
9. Check deine Prioritäten!
10. Bleib offen!

Manche davon sind sehr bekannt. Fast schon ausgelutscht: Tu was du liebst! Leb im Moment! – Jap, aber genau das kam raus, aus den Interviews. Obwohl wir es eigentlich genau wissen, tun wir viele Dinge eben nicht. Deswegen hilft es vielleicht dem ein oder anderen trotzdem nochmal darüber zu lesen. Ich habe im Buch versucht anhand von Erfahrungen aus dem echten Leben und Beispielen konkrete Tipps zu geben, wie man diese Floskeln zum Leben erwecken kann. Andere Tipps sind vielleicht überraschender oder man kann sich noch nicht so richtig was darunter vorstellen: Leg dich fest! Entspann dich! Wieso ist festlegen denn jetzt plötzlich sinnvoll? Bist du sicher? Wer wissen will, wieso und wann man sich festlegen soll und generell das Ergebnis der 48 Interviews sehen und vielleicht (hoffentlich) die ein oder andere Anregung mitnehmen möchte, der kann gern das Buch kaufen 🙂

Link zum Buch

Ein Wort der Warnung noch: das alles ist kein Rocket Science. Ich habe keine bahnbrechenden Erkenntnisse gewonnen, wie man auf Knopfdruck glücklich, mutig oder tiefenentspannt wird. Und jeder, der sich schon intensiver mit dem Thema Reflektion auseinandergesetzt hat, wird auch nicht viel Neues entdecken. Es war aber auch meine Absicht, etwas leichtes zu schreiben, das auch für alle die zugänglich ist, die sonst nicht so gerne lesen, oder zumindest nicht zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Ich hoffe und glaube, dass das Buch helfen kann. All diejenigen, die mit dem Thema noch keine Berührungspunkte hatten, finden in dem Buch einen guten Startpunkt: Ratschläge von ‚echten Menschen‘, die auf praktischen Erfahrungen aus dem ‚echten Leben‘ basiert. Und das ist vielleicht auch der Punkt, der das Buch auch für Fortgeschrittene im Bereich Reflektion interessant macht. Die kleinen Geschichten, Beispiele und Tipps sind unterhaltsam und wirklich praktikabel. Ich freue mich sehr, dass ich dieses Projekt abschließen konnte und hoffe sehr, dass das Buch den Lesern Spaß macht und vielleicht sogar Veränderung anstößt. Für mich war es eine wunderbare Erfahrung. Neben den zehn Ratschlägen habe ich während der Interviews auch noch eine andere Sache (einmal mehr) realisiert: Wir sitzen alle in einem Boot. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Jeder ist verletzlich. Wir zeigen uns so oft nach außen nur die polierten Hüllen, wollen gut dastehen, wollen stark sein, keine Schwäche zeigen und uns ja nicht blamieren. Aber wir sind alle Menschen und haben wirklich alle – ausnahmslos – unsere Themen. Und immer nur stark sein ist doch auch echt anstrengend. Wer sich traut mal Schwäche zu zeigen wird in den meisten Fällen damit belohnt, dass andere nachziehen und Gespräche und Beziehungen auf ein anderes, aus meiner Sicht viel angenehmeres Level gehoben werden. Versucht es mal, macht Spaß und tut gut. In diesem Sinne – eine tolle Woche euch und frohes Lesen. Über Feedback – auf egal welchem Kanal – freue ich mich. Ach, eine Sache noch: Es ist formattechnisch ziemlich chaotisch. Aber so bin ich ja auch, also alles gut 😀


Danke – an meine liebe Freundin Jana, für die Fehlerkorrektur (und auch für sonst alles). Und an Agi für die Inspiration zum Titel… wachsen würde ich echt gerne noch ein bisschen. Danke auch an Julia, für das (wie ich finde) sehr schöne Buchcover.


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